Archiv des Jahres 2006

Worte zum neuen Jahr – Teil 2

Sonntag, Dezember 31st, 2006

Zum neuen Jahr was anderes. Von den guten alten Tagen – der 2. Teil!

God old Days 2

Worte zum neuen Jahr – Teil 1

Sonntag, Dezember 31st, 2006

Zum neuen Jahr gibt es mal was anderes. Die guten alten Tage!

God old Days 1

Also wenn ich Euch besuche, bereitet die Wohnung entsprechend vor. Danke.

Viel Spass im neuen Jahr.

Zwischenbericht in eigener Sache

Donnerstag, Dezember 21st, 2006

Liebe Leser.

Ich weiss, daß ich mit den Tagesberichten und Bildern um einiges in Verzug bin.

TürsteherDas sieht bei unserem Schiff “Rickmers Hamburg” auch nicht besser aus. Durch Regen in Singapore war an das Löschen bzw. Stauen erstmal nicht zu denken. Deswegen ist alles delayed. Das heißt aber, das Weihnachtsfest ist nicht verschoben. Das findet am 24. Dezember 2006 statt. So wie es aussieht, startet die Feierlichkeit in Thailand. Wo Sylvester gefeiert wird, kann im Moment keiner sagen. Vielleicht in Vietnam? Oder doch lieber in Taiwan? Das wird sich ergeben, weil das Datum ja fest vorgegeben ist. Also nicht wie sonst “Estimated”.

Frohe Festtage und einen guten Rutsch wünscht allen Lesern dieser Seite

Klaus

z.Zt. Around the globe

P.S. Sobald ich wieder Landkontakt mit Internet-Anschluss habe, werde ich mit Freude weiter die Berichte und Bilder einpflegen. Das Schreiben erfolgt täglich, damit Ihr nichts versäumt. Das Einstellen ist das Problem, aber auch nicht wirklich. Es kommt halt alles zeitverzögert.

Das war es dann wohl

Montag, Dezember 4th, 2006

Heute abend ist schon die dritte Woche zu Ende. Schade. Die Zeit fliegt bzw. schwimmt so dahin. Jetzt habe ich mich im Selbstgespräch, ist ja gerade keiner da, gefragt, gibt es eigentlich noch eine Steigerung? Und deshalb steht oben, das war es dann wohl. Was hier so abläuft, ist nicht zu übertrumpfen.

Viel passiert in 24 Stunden, nicht oder doch?

So zwischen 00:00 und 06:00 Uhr steht in irgendeiner Kabine einer mal auf, legt sich gerade hin, trifft sich in der Crew-Messe mit Freunden oder sonstigen Mitreisenden bzw. -arbeitern. Nur die Oberschicht bleibt normalerweise unter sich, aber nicht immer.

Meistens wird nur Kaffee, Tee oder Wasser getrunken. Ausnahmen sind Geburtstage, Barbeque, Abschieds-, Ankunftszeremonien (nicht Ceralien), DVD gucken oder Karaoke-Abend. Am längsten geht’s Samstags, da Sonntags nur halb gearbeitet wird. Mach das mal einer von uns, 9 Monate durcharbeiten, 1 Monat Familie mit Kind anschauen, und wieder aufs nächste Schiff. Das Neugeborene ist früher da als der Vater.

Zwischen 06:00 und 08.00 Uhr ist dann Frühstück, Arbeitsbesprechung, Müllrecycling, Brücke, Flur, Treppenhaus und offizielle Räume putzen. Von den niederen Rängen macht da jeder mit, unaufgefordert.

Zwischen 08:00 und 17:00 Uhr wird rund ums Schiff gearbeitet. Navigation, Kurs halten, Vorfahrt beachten, Wetterbericht analysieren, Faxen, EMailen, Berichte schreiben, Fragen beantworten, Planung, Wartung, Reparieren, Aufräumen, Säubern, Schweißen, Schmieren, Ölen, Painten, Entrosten, Kochen, Bedienen, Kontrollieren, Nachspannen, Piratenwache, und, und, und.

Von 09:30 bis 09.45 Uhr = 2. Frühstück,
von 12:00 bis 13:00 Uhr = Mittagspause,
von 14:45 bis 15:00 Uhr = Kaffeepause. Jeden Tag außer Sonntags, da wird mittags die eigene Bude gesäubert.
Von 17:00 bis 24:00 Uhr = Abendessen und dann frei.

Brückendienst, Küche und Hafen ist anders. Kommt in einem der nächsten Berichte.

Und ich?

00:00 bis 08:00 Uhr siehe Mannschaft.
08:00 bis 17:00 Uhr siehe gleich*
17:00 bis 24:00 Uhr siehe Mannschaft

Hier kommt gleich*:

Klaus muss draussen bleiben.Bilder machen, sortieren, schreiben, Schlaf nachholen, Schwimmen (zur Zeit), Schiff rundlaufen, Filipinos zwischen Fracht entdecken, beim Arbeiten zuschauen, Piraten suchen, USB-Sticks mit Bildern vollmachen, Waschen, DVD’s gucken/hören, CD’s brennen, Div. Computer von Viren befreien, Excel-Kurs geben, im Bug sitzen, Sonnen, Passagiere belabern, Treppauf/-ab, Fachsimpeln mit Captain, Offiziere im Schlaf stören, Ingenieure besuchen, Gammeln, einen Drink nehmen, Ideen aussitzen, Küchenmannschaft ärgern, EMails/Texte vorbereiten und, und, und. Nur nicht lesen, keine Zeit.

Brückendienst, Küche und Hafen ist anders. Kommt in einem der nächsten Berichte..

Heute nur Jemen an Backbord-Seite. Sieht man aber nicht, respektvoller Abstand. Als “Nicht sicher” eingestuft.
Morgen Oman an Backbord-Seite. Übermorgen Hafen Sohar in Oman. Da liegen wir zwei Tage, dürfen aber nicht raus. Egal.

Jetzt darf doch jeder Bier und 1 Flasche Schnaps haben. Nur keine Porno-Zeitschriften oder CD’s. Die werden sicher verschlossen, sonst sind die bei den Omanern verschwunden und der Master muß hohe Strafe zahlen. Wäre schade um die Pinup-Girls, denn dort werden sie voll verschleiert, von oben bis unten. Frauen dürfen nicht öffentlich gezeigt werden. Gute, alte Tradition. (Spaß!)

ETA: Sohar / Oman 06-12-2006 22:00 Uhr

Bis unter die Zähne bewaffnet vorm Jemen

Sonntag, Dezember 3rd, 2006

Zuerst habe ich heute einen Leserbrief an Herrn B.G. von einer Firma M….soft in den US&A.
“Sehr geehrter Herr G.

Zur Zeit benutze ich Ihr in der OEM-Software enthaltene Produkt “MS AutoRoute” täglich. Das besondere daran ist, es müßte eigentlich WaterRoute heißen, da ich mit meinem Transportmittel nicht auf die Straße darf. Mangels Internet kann ich auch keine Karten von VAR, Jemen, Eritrea oder Oman nachladen. Das Programm funktioniert erstaunlicherweise einigermaßen. Das Schiff ist ein Autosymbol. Gerechnet wird in Landmeilen, wir fahren aber ausschließlich Seemeilen, hoffentlich. Könnten Sie bitte dafür sorgen, das Sie den zeitgesteuerten Bug, (Bug=nicht der von unserem Schiff /siehe dort), der tritt nämlich stündlich auf, hat den Vorteil das ich nicht auf die Uhr schauen muß, von Ihrem Team beseitigen lassen.

Sonst müsste ich Ihr Programm auf “DownunderRoute” umbenennen. Und immer wollen Sie von mir übers Internet wissen, was der Fehlergrund ist, das wüsste ich natürlich auch gerne.

Jedoch was soll’s. Andere Programme von Ihnen haben auch interne Fehler. Warum ausgerechnet das nicht? Gern hole ich mir den neuesten Update so ca. Februar/März 2007 bei Ihnen zu Hause persönlich ab, da bin ich gerade in US&A, wenn das ETA 19-02-2007 22:00 Uhr für New Orleans stimmt. Dort bleibe ich 3 Tage, gern erwarte ich Sie persönlich. Sollte Ihnen der Termin nicht passen, kann ich Ihnen Houston vorher oder Camden (alles US&A) nachher anbieten.
Gern erwarte ich Ihre Antwort.

Ihr User Klaus O

P.S. Das Programm das unser Schiff steuert, ist aus Sicherheitsgründen nicht von Ihrer Firma.”

2. Advent in Deutschland, Jemen bei uns. Ganzen Tag schon und morgen auch noch. Dann Grenzübertritt nach Oman übermorgen. Dann sind wir wieder sicherer. Laut Seekarte sind wir heute in einem Piratengebiet. Ausguck wurde verstärkt, oben und unten. Ich habe sogar mein Fernglas ausgepackt und dem Offizier geholfen. Auch Herr P. und der Herr aus Hamburg waren bei der Stange. Immerhin haben wir mindestens 20 Boote gesichtet.

Heute ist Sonntag, da wollen die Jemeniter auch mal Urlaub machen und fischen. Dann kam auch ein Militärhubschrauber im Tiefflug. Bei unseren Kränen hat er aber nicht weiter gespielt. Wir waren alle bis an die Zähne bewaffnet, ich Leathermen, Herr P. Tarnkappe und Herr D. aus H. Kriegsbemalung, da Sonnenbrand im Gesicht. Im Notfall wären wir dann schneller gefahren, aber wir haben schon seit 3 Tagen nur Höchstgeschwindigkeit.

Nacht in "meiner" KabineGroß rumlaufen war nicht, da alle Türen nach aussen verrammelt sind. Zum Schwimmen konnte ich mich aber noch durchmogeln. Herrlicher Sonntag. Zum Dinner gab es vorzügliche Hühnerbeine, was von uns allen außer von Herrn P. immer und immer betont wurde. Selbst der Captain hat sehr geschmunzelt und mich angesehen. Bestellung beim Cook war nämlich besonderer Wunsch von mir. Nur die Filipinos mussten Steak und Nudeln essen. Da war ich heute nicht beim Dinner. Erst morgen wieder. Dann abends noch neue Kabine ausgiebig betont. Das stört hier keinen. Alle schlafen bei lauter Musik und Dauerlicht in der Koje. Die Maschine gewinnt sowieso immer. Partybilder angeschaut, Rumgeteet mit Lemon und Honey, öfter. Einziger Nachteil: ich habe keinen Vorrat mehr in meiner Kabine. Jedoch orderte ich schnell für heute einen Karton Holstein-Bier, der Herr D. hat mir aber gesagt, das heißt Holsten. Wie soll ich das übersetzen? Holstein ist o.k. Da mach ich “GetStone” draus, aber “GetS10″ sieht bei Bier nicht gut aus. Schmeckt auch so. Es sind noch 23 Flaschen, muß ich wieder jemand einladen.