Bis unter die Zähne bewaffnet vorm Jemen

Zuerst habe ich heute einen Leserbrief an Herrn B.G. von einer Firma M….soft in den US&A.
“Sehr geehrter Herr G.

Zur Zeit benutze ich Ihr in der OEM-Software enthaltene Produkt “MS AutoRoute” täglich. Das besondere daran ist, es müßte eigentlich WaterRoute heißen, da ich mit meinem Transportmittel nicht auf die Straße darf. Mangels Internet kann ich auch keine Karten von VAR, Jemen, Eritrea oder Oman nachladen. Das Programm funktioniert erstaunlicherweise einigermaßen. Das Schiff ist ein Autosymbol. Gerechnet wird in Landmeilen, wir fahren aber ausschließlich Seemeilen, hoffentlich. Könnten Sie bitte dafür sorgen, das Sie den zeitgesteuerten Bug, (Bug=nicht der von unserem Schiff /siehe dort), der tritt nämlich stündlich auf, hat den Vorteil das ich nicht auf die Uhr schauen muß, von Ihrem Team beseitigen lassen.

Sonst müsste ich Ihr Programm auf “DownunderRoute” umbenennen. Und immer wollen Sie von mir übers Internet wissen, was der Fehlergrund ist, das wüsste ich natürlich auch gerne.

Jedoch was soll’s. Andere Programme von Ihnen haben auch interne Fehler. Warum ausgerechnet das nicht? Gern hole ich mir den neuesten Update so ca. Februar/März 2007 bei Ihnen zu Hause persönlich ab, da bin ich gerade in US&A, wenn das ETA 19-02-2007 22:00 Uhr für New Orleans stimmt. Dort bleibe ich 3 Tage, gern erwarte ich Sie persönlich. Sollte Ihnen der Termin nicht passen, kann ich Ihnen Houston vorher oder Camden (alles US&A) nachher anbieten.
Gern erwarte ich Ihre Antwort.

Ihr User Klaus O

P.S. Das Programm das unser Schiff steuert, ist aus Sicherheitsgründen nicht von Ihrer Firma.”

2. Advent in Deutschland, Jemen bei uns. Ganzen Tag schon und morgen auch noch. Dann Grenzübertritt nach Oman übermorgen. Dann sind wir wieder sicherer. Laut Seekarte sind wir heute in einem Piratengebiet. Ausguck wurde verstärkt, oben und unten. Ich habe sogar mein Fernglas ausgepackt und dem Offizier geholfen. Auch Herr P. und der Herr aus Hamburg waren bei der Stange. Immerhin haben wir mindestens 20 Boote gesichtet.

Heute ist Sonntag, da wollen die Jemeniter auch mal Urlaub machen und fischen. Dann kam auch ein Militärhubschrauber im Tiefflug. Bei unseren Kränen hat er aber nicht weiter gespielt. Wir waren alle bis an die Zähne bewaffnet, ich Leathermen, Herr P. Tarnkappe und Herr D. aus H. Kriegsbemalung, da Sonnenbrand im Gesicht. Im Notfall wären wir dann schneller gefahren, aber wir haben schon seit 3 Tagen nur Höchstgeschwindigkeit.

Nacht in "meiner" KabineGroß rumlaufen war nicht, da alle Türen nach aussen verrammelt sind. Zum Schwimmen konnte ich mich aber noch durchmogeln. Herrlicher Sonntag. Zum Dinner gab es vorzügliche Hühnerbeine, was von uns allen außer von Herrn P. immer und immer betont wurde. Selbst der Captain hat sehr geschmunzelt und mich angesehen. Bestellung beim Cook war nämlich besonderer Wunsch von mir. Nur die Filipinos mussten Steak und Nudeln essen. Da war ich heute nicht beim Dinner. Erst morgen wieder. Dann abends noch neue Kabine ausgiebig betont. Das stört hier keinen. Alle schlafen bei lauter Musik und Dauerlicht in der Koje. Die Maschine gewinnt sowieso immer. Partybilder angeschaut, Rumgeteet mit Lemon und Honey, öfter. Einziger Nachteil: ich habe keinen Vorrat mehr in meiner Kabine. Jedoch orderte ich schnell für heute einen Karton Holstein-Bier, der Herr D. hat mir aber gesagt, das heißt Holsten. Wie soll ich das übersetzen? Holstein ist o.k. Da mach ich “GetStone” draus, aber “GetS10″ sieht bei Bier nicht gut aus. Schmeckt auch so. Es sind noch 23 Flaschen, muß ich wieder jemand einladen.

Comments are closed.